Länger fit mit Bewegung!

Text von Gerd Baumer

Mög­lich­kei­ten zur Trai­nier­bar­keit und Prä­ven­ti­on bestehen bis ins hohe Alte

Auf­grund medi­zi­ni­scher Erfol­ge und manu­el­ler Erleich­te­run­gen wäh­rend der Erwerbs­pha­se stei­gen die Lebens­er­war­tun­gen der Men­schen von Jahr zu Jahr und lie­gen der­zeit bei Frau­en bei knapp 86 und bei Män­nern bei 80 Lebens­jah­ren. Es genügt jedoch nicht, allein das Lebens­al­ter zu ver­län­gern, ent­schei­dend ist auch, Wege für län­ge­re Leis­tungs­fä­hig­keitund ins­be­son­de­re für die Stär­kung der Mobi­li­tät auf­zu­zei­gen.

Als Grund­re­gel gilt, eine gute Tages­struk­tur und mög­lichst täg­lich Bewe­gung am Mor­gen ein­zu­rich­ten. Eine wich­ti­ge Auf­ga­be ist eben­falls, nach Bewe­gungs­pha­sen Mög­lich­kei­ten zur Ent­span­nung ein­zu­rich­ten. Die­se Mög­lich­kei­ten sind von Per­son zu Per­son unter­schied­lich und rei­chen von Musi­zie­ren, Lesen, kur­zem Pau­sen­schlaf, Spa­zie­ren gehen, leich­ter Gar­ten­ar­beit oder ein­fach sei­ner Muse nach­zu­ge­hen bis zu Yoga, Tai – Chi, Qi-Gong oder Pila­tes. Ins­be­son­de­re gym­nas­ti­sche Ein­hei­ten erhal­ten die Beweg­lich­keit.

Kör­per­übun­gen in fort­ge­schrit­te­nem Alter soll­ten nicht nur gerin­ger dosiert, son­dern auch­ei­ner „gerin­ge­ren“ Leis­tungs­brei­te ange­passt wer­den. Altern­de Men­schen soll­ten also auf Übun­gen umstel­len, die bis ins hohe Alter durch­führ­bar sind.1

Eine Unter­su­chungs­rei­he an Alters­sport­lern, die über die gan­ze Lebens­zeit sport­lich aktiv waren, und Unter­su­chungs­er­geb­nis­se bei Nicht­sport­lern erga­ben, dass der Kreis­lauf der Sport­ler öko­no­mi­scher arbei­tet und leis­tungs­fä­hi­ger ist. Gefäß­skle­ro­se kann durch regel­mä­ßi­ge kör­per­li­che Betä­ti­gung redu­ziert wer­den, soweit sie durch ernäh­rungs­be­ding­te Ein­flüs­se ver­ur­sacht wird.

In kei­nem Alter ist die kör­per­li­che Betä­ti­gung daher so not­wen­dig wie beim altern­den Men­schen. Bewe­gung und Sport bie­ten die Mög­lich­keit, Alters­vor­gän­ge hin­aus­zu­zö­gern und zu errei­chen, dass die Ver­län­ge­rung des Durch­schnitts­al­ters nicht nur einen verlängernden„Feierabend“ beschert, son­dern ins­be­son­de­re der Ver­län­ge­rung der „akti­ven“ Lebens­pha­se zugutekommt.1 Geron­to­lo­gen haben lan­ge Zeit die ent­schei­den­de Rol­le der Mobi­li­tät über­se­hen, Sport und Bewe­gung hält aber den Leis­tungs­ab­fall im Zaum und ver­bes­sert die Vita­li­tät.

Selbst über 90-Jäh­ri­ge reagie­ren erfolg­reich auf adäqua­te Bewe­gungs­pro­gram­me. Umfas­sen­des Ziel die­ser Alters­grup­pe ist das Hin­aus­schie­ben der Immo­bi­li­tät, die­se ist bei 42% der Frau­en und 28% der Män­ner der Grund ihrer Pfle­ge­be­dürf­tig­keit. Bis 2030 könn­ten wir bei 10% der 80 bis 90-Jäh­ri­gen die Pfle­ge­be­dürf­tig­keit ver­hin­dern. Laut Erkennt­nis­sen der Alters­for­schung wer­den Men­schen, die im mitt­le­ren Lebens­ab­schnitt durch­schnitt­li­che Mus­kel­kraft und Mus­kel­leis­tung haben, sel­te­ner und spä­ter immo­bil. Ähn­li­ches gilt für Stür­ze und Frak­tu­ren, die zur Immo­bi­li­tät füh­ren. (www.fünfesslinger.de) 2 Der All­tags­fit­ness­test von 60–90 Jah­re ermit­telt die Fit­ness mit 60, 70 und 80 Jah­ren, um vor­aus­zu­se­hen, wie fit man mit 90 noch sein kann.

In einer Stu­die der Albert-Lud­wig-Uni­ver­si­tät Frei­burg wur­de fest­ge­stellt, dass sich bei sport­lich akti­ven Per­so­nen Stress nicht so extrem auf Kör­per und See­le aus­wirkt. Die­se haben den Lebens­an­for­de­run­gen mehr ent­ge­gen­zu­set­zen und reagie­ren deut­lich gelas­se­ner. Wer Sport treibt, ist resis­ten­ter, hat ein gestärk­te­res Selbst­be­wusst­sein, ver­bes­ser­tes Kon­zen­tra­ti­ons­ver­mö­gen und ist krea­ti­ver.

Men­schen sind dazu gebo­ren, sich zu bewe­gen. Leg­ten unse­re Vor­fah­ren noch bis zu 20 km am Tag zurück, so lie­gen wir in Deutsch­land der­zeit bei 1000 Schrit­ten am Tag, was 800 Metern ent­spricht. 5000 Schrit­te wären aus gesund­heit­li­chen Grün­den not­wen­dig, das sind mehr als 3 km. Stei­gern Sie ihren Bewe­gungs­an­teil im All­tag, neh­men Sie ein­fach regel­mä­ßig Trep­pe statt des Auf­zugs, fah­ren Sie, wann immer es geht, mit dem Rad, gehen Sie zu Fuß, statt das Auto zu bewe­gen und tau­chen Sie, wann immer es mög­lich ist, ein­fach mal ins Was­ser ein.3 Schwim­men ist eine der gesün­des­ten und ent­span­nends­ten Sport­ar­ten, sofern man sich im Medi­um Was­ser sicher bewe­gen kann. Die not­wen­di­ge Sicher­heit im Was­ser kann auch bis ins weit fort­ge­schrit­te­ne Alter erlernt wer­den und erhal­ten blei­ben.

Nach Emp­feh­lung der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on soll­ten wir uns jede Woche min­des­tens 150 Minu­ten mode­rat bewe­gen. Mit einer hal­ben Stun­de am Tag wären Sie also schon auf einem guten Weg.

Um aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht „erfolg­reich zu altern“, müs­sen wir Sport und Bewe­gung als lebens­lan­ges Pro­jekt begrei­fen. Wer dies auch noch mit Freu­de betreibt, ist auf dem bes­ten Weg zu einem „gesun­den Geist in einem gesun­den Kör­per“. Es ist dabei ziem­lich egal, wel­che Sport- oder Bewe­gungs­art Sie wäh­len, ent­schei­dend ist die Bewe­gung an sich und vor allem, Freu­de dar­an zu finden.4 (http://www.richtigfitab50.de)

Bewe­gung för­dert nicht nur das kör­per­li­che, son­dern auch das men­ta­le Wohl­be­fin­den. Lei­der brin­gen jedoch nur 15 % aller Men­schen über dem 60. Lebens­jahr ihren Kör­per noch regel­mä­ßig in Schwung.

Die­ser Bei­trag soll akti­ve und älte­re Men­schen dazu moti­vie­ren, sich regel­mä­ßig zu bewe­gen. Sie tun sich selbst dabei ganz sicher, aber auch ihrem Umfeld, einen gro­ßen Gefal­len damit. Über­le­gen Sie nicht lan­ge, fan­gen Sie ein­fach an, lang­sam und kurz und spä­ter schnel­ler und län­ger. Ihre Fit­ness wer­den Sie selbst spü­ren und sich ver­mut­lich ziem­lich gut dabei füh­len.

 

Quel­len­an­ga­ben:

  1. Die bio­lo­gi­schen Grund­la­gen der Leis­tungs­stei­ge­rung durch Trai­ning. Josef Nöcker, Hof­mann- Ver­lag Schorn­dorf Band 3 ISBN 3−7780−4037−5
  2. Ärzt­li­ches Jour­nal 312 Orthopädie/Rheumatologie Dr. med. Mar­tin Run­ge
  3. Sport im Alter, Bewe­gung für ein lan­ges Leben. Andre­as Stree­pe­nick Rom­bach-Ver­lag ISBN 978−3−7930−5091−9.
  4. Gesund. Das Maga­zin für unser Wohl­be­fin­den. Novem­ber 2014, Bei­la­ge der Zeit­schrift: Die Zeit vom 13.11.2014

Gerd Bau­mer

Wir sind nicht nur ver­ant­wort­lich für das, was wir tun, son­dern auch für das was wir nicht tun. Vol­taire

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