Rentendiskussion mit Prof. Jörg Rossbach, Grüne Alte Hamburg

Kol­le­gen­hil­fe aus Ham­burg für Schles­wig-Hol­stein: Jörg Ross­bach, links, dis­ku­tiert über Ren­ten und Alters­ar­mut in Bad Oldes­loe

 

Eigent­lich soll­te ja Kon­stan­tin von Notz, Mit­glied des Bun­des­ta­ges und stell­ver­tre­ten­der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der in Schles­wig-Hol­stein, zusam­men mit SPD, Lin­ken und CDU über gerech­te Ren­ten dis­ku­tie­ren. Kon­stan­tin war aber gera­de in Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen in Sachen Jamai­ka unter­wegs und konn­te nicht kom­men. Da bist du, Jörg, spon­tan als Mit­glied der Grü­nen Alten Ham­burg, ein­ge­sprun­gen und hast in Bad Oldes­loe zum The­ma Ren­te auf dem Podi­um geses­sen. Ein­ge­la­den hat­te der Arbeits­kreis „TU was“ , weil das The­ma „gerech­te Ren­te für alle“ eines der hei­ßen und umstrit­te­nen The­men im Bun­des­tags­wahl­kampf zu wer­den ver­spricht.  Mit dir auf dem Podi­ums saßen noch:         

                                                                                                                 

  • Cor­ne­lia Möh­ring, Mit­glied des Bun­des­ta­ges (MdB), die Lin­ke,
  •  Gero Stor­jo­hann, MdB, CDU
  •   Alex­an­der Wag­ner, SPD Kan­di­dat für den Bun­des­tag                                                                                                                                                                                                                                                                

Wie ist es gelau­fen?

Aus mei­ner Sicht sehr gut, es waren ca. 60 Leu­te da, nach mei­nem Ein­druck die meis­ten Anhän­ger der Lin­ken und/oder stram­me Gewerk­schaf­ter.

Am über­zeu­gends­ten wirk­te mei­nes Erach­tens Frau Möh­ring, die stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Links­frak­ti­on im Bun­des­tag. Sie hat­te aber auch ein leich­tes Spiel, weil sie vie­le im Raum kann­te und den Leu­ten gesagt hat, was sie hören woll­ten. Sehr schwer hat­te es Herr Stor­jo­hann von der CDU. Er hat aber auch kei­ne Gele­gen­heit aus­ge­las­sen, das Publi­kum zu pro­vo­zie­ren („die Wirt­schaft muss flo­rie­ren, Leis­tung muss sich loh­nen, der­zeit gibt es kaum unver­schul­de­te Rent­ner­not, es gibt der­zeit nichts zu die­sem The­ma zu ent­schei­den…“). Herr Wag­ner von der SPD ist 29, kan­di­diert zum ers­ten Mal zum Bun­des­tag und war für mich wenig über­zeu­gend. Er hat vor­ge­tra­gen, was Frau Nah­les und Herr Schulz zuletzt gefor­dert haben. Aber (mal als Bei­spiel) war­um jemand mit gerin­gem Ein­kom­men sich etwas pri­vat für die Ren­te vom Mun­de abspa­ren soll, das ihm dann spä­ter von der Grund­si­che­rung wie­der abge­zo­gen wird, das konn­te er auch nicht erklä­ren.

 

Was hat die Men­schen am meis­ten inter­es­siert, wofür hast Du Applaus bekom­men?

Bes­ser­stel­lung der Müt­ter, die Wich­tig­keit von Euro­pa für den Frie­den, dass den Rent­nern ihre pri­va­ten Erspar­nis­se nicht auf die Grund­si­che­rung ange­rech­net wer­den darf und dass wir mit der Ren­te an einem ganz gro­ßen Rad dre­hen, wofür wir letzt­lich einen über­par­tei­li­chen Kon­sens brau­chen.

Wo siehst du die ent­schei­den­den Unter­schie­de zwi­schen Grü­nen, Lin­ken und SPD?

Die Lin­ken wol­len die Lebens­leis­tung der Men­schen, die 30 oder 40 Jah­re gear­bei­tet, gepflegt oder Kin­der groß­ge­zo­gen haben, bei der Bemes­sung der Grund­si­che­rung nicht höher bewer­ten als bei Men­schen, die das nicht vor­zu­wei­sen haben. Das hal­te ich für unge­recht und es wür­de nach mei­ner Auf­fas­sung das Enga­ge­ment in unse­rer Gesell­schaft rui­nie­ren. Die SPD springt zu kurz und ist nicht bereit, die gewal­ti­ge Unge­rech­tig­keit gegen­über den vie­len Gering­ver­die­nern und Allein­er­zie­hen­den, vor allem den Frau­en, zu been­den. Und ihre Hal­tung zur Anrech­nung der eige­nen Erspar­nis­se auf die Grund­si­che­rung ist gro­tesk. Sowohl Lin­ke wie auch SPD haben eine zu star­re Vor­stel­lung vom Über­gang in den Ruhe­stand, wir brau­chen viel mehr Fle­xi­bi­li­tät, um auf die vie­len bun­ten Erwerbs­bio­gra­fi­en und Lebens­we­ge ein­zu­ge­hen (für die­se Aus­sa­ge gab es übri­gens eben­falls Bei­fall), und im Gegen­satz zu den Lin­ken glau­ben wir nicht dar­an, dass wir ohne Ver­tei­di­gung aus­kom­men und Herr Putin ein Frie­dens­fürst ist.

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