Komprimierte Fassung: Zukunft Alter in Frankfurt!

Über 70 Teilnehmer*innen aus acht Bun­des­län­dern waren ver­tre­ten!

Bun­des­spre­che­rin Anto­nia Schwarz, 3. von links, Petra Elsen­hei­mer, Spre­che­rin der GA Hes­sen, links und Kai Klo­se, Lan­des­vor­sit­zen­der der Grü­nen in Hes­sen über­nah­men die Begrü­ßung, Hei­ke Leit­schuh mode­rier­te die Ver­an­stal­tung

Die Begrü­ßung über­nah­men Anto­nia Schwarz, Bun­des­spre­che­rin der Grü­nen Alten,  Petra Elsen­hei­mer, Spre­che­rin in Hes­sen und Kai Klo­se, Vor­sit­zen­der der Grü­nen, Staats­se­kre­tär in Hes­sen und eigent­lich mit­ten im Wahl­kampf. Toll, dass er sich Zeit genom­men hat­te, zu kom­men!

Anto­nia stell­te klar, dass die Grü­nen Alten mehr Ein­fluss und Gewicht in der Par­tei wol­len, schließ­lich sei­en 22% aller Grü­nen über 60.  Ange­strebt sei des­halb eine Sat­zungs­än­de­rung mit dem Ziel, einen Alten­rat zu grün­den, bei einer BDK Anträ­ge stel­len zu kön­nen und mehr Unter­stüt­zung durch den Bun­des­vor­stand bei der Grün­dung neu­er Grup­pen zu errei­chen.

Petra Elsen­hei­mer erzähl­te von der posi­ti­ven Zusam­men­ar­beit der Grü­nen Alten in Hes­sen, die zu allen Sit­zun­gen des Lan­des­vor­stan­des bera­tend ein­ge­la­den wer­den. Des­halb sei­en auch Vor­schlä­ge der Grü­nen Alten ins aktu­el­le Wahl­pro­gramm ein­ge­flos­sen.

Auch Kai Klo­se beton­te, dass die Grü­nen Alten in Hes­sen den glei­chen Sta­tus wie die Grü­ne Jugend hät­ten und  wie gut die Zusam­men­ar­beit funk­tio­niert.

Dann ging es wei­ter mit einer hoch­ka­rä­tig besetz­ten Podi­ums-Dis­kus­si­on. Dabei waren:

Dag­mar Hir­che vom Ver­ein „Wege aus der Ein­sam­keit“, die Älte­re auf unge­wöhn­li­che Wei­se erreicht: Sie z.B. orga­ni­siert Flashmobs (auch Blitz­auf­läu­fe genant),  jetzt gera­de zum Welt­se­nio­ren­tag am 1.10. Ihr Ver­ein hat außer­dem inzwi­schen 4000 Senior*innen das klei­ne 1×1 von Smart­pho­ne und Tablet bei­gebracht, und zwar gra­tis. Sie for­dert kos­ten­frei­es WLAN in Senio­ren­hei­men – und wür­de sich sehr wün­schen, die­se For­de­rung auch im grü­nen Wahl­pro­gramm wie­der­zu­fin­den. Das haben wir in Wands­bek gera­de ver­ab­schie­det!

 

Podi­ums­dis­kus­si­on mit Caro­li­na Brauck­mann, links, Lan­des­fach­be­ra­tung gleich­ge­schlech­li­che Lebens­wei­sen im Alter NRW und Dag­mar Hir­che, rechts, vom Ver­ein „Wege aus der Ein­sam­keit“

Kor­du­la Schulz-Asche, MdB, grü­ne Spre­che­rin für Alten- und Pfle­ge­po­li­tik

Caro­li­na Brauck­mann, Lan­des­fach­be­ra­tung gleich­ge­schlech­li­che Lebens­wei­sen im Alter NRW wünscht sich mehr Orte, an denen man sich mit 60+ zum Spaß­ha­ben tref­fen kann. Es gäbe schon so vie­le Erkennt­nis­se für eine  leben­di­ge Quar­tiers­ar­beit, aber an der Umset­zung hape­re es. In den Nie­der­lan­den sei man schon viel wei­ter und hät­te ande­re Alters­bil­der.

Kor­du­la Schulz-Asche, grü­nes Mit­glied des Bun­des­ta­ges, Spre­che­rin für Alten- und Pfle­ge­po­li­tik erklär­te gleich, war­um: In Deutsch­land geben wir nur 1% unse­res Brut­to­in­land­pro­duk­tes für Pfle­ge aus, in den Nie­der­lan­den sind es 4% und in Skan­di­na­vi­en sogar 5%. In Hol­land gibt es das Buurt­zorg-Modell, ambu­lan­te Pfle­ge mit sehr klei­nem Ein­zugs­ge­biet und höchst moti­vier­ten, gut bezahl­ten Pfleger*innen, die sich für die Älte­ren wirk­lich Zeit neh­men kön­nen. In Deutsch­land, sagt sie, wer­de Alten­pfle­ge nicht geschätzt, es herrscht die Mei­nung vor, das kann jede*r machen:  „Wir müs­sen ehr­lich sein, Pro­ble­me anspre­chen und klä­ren, wer bezahlt!“

Wil­fried Ahrens von der Grup­pe 50+ bei Green­peace

Wil­fried Ahrens ver­trat die Grup­pe 50+ bei Green­peace, etwa 10 sol­cher Grup­pen exis­tie­ren in Deutsch­land. Die Älte­ren, die sich anschlie­ßen, wol­len nicht Kaf­fee­trin­ken, son­dern gemein­sa­me Aktio­nen umset­zen. Sie klet­tern zwar nicht mehr auf Schorn­stei­ne, aber der Vor­teil der Älte­ren, so Wil­fried Ahrens, sei: „Wir haben Zeit, kön­nen nicht mehr den Arbeits­platz ver­lie­ren, weil wir Unlieb­sa­mes tun – und wenn wir ver­haf­tet wer­den, ist das auch nicht so schlimm.“ Zur Zeit kom­men gera­de ganz vie­le Men­schen zu Green­peace auf­grund der Rodung des Ham­ba­cher Wal­des.

Wahl­for­scher Prof. Probst bei sei­nem über­zeu­gen­den Vor­trag. Wer ihn ganz lesen will, kann das hier tun

Dann wur­de es beson­ders span­nend, als der Wahl­for­scher Prof. em. Dr. Lothar Probst aus Bre­men erklär­te, war­um sich die Grü­nen mehr um die älte­ren Wähler*innen küm­mern soll­ten. Bis­her war die Genera­ti­on 60+ offen­bar eine Art Achil­les­fer­se für die Grü­nen, da sie in der Alters­grup­pe wenig punk­ten konn­ten. Man spricht in die­sen Alters­grup­pen auch gern von der Ade­nau­er- oder der Wil­ly-Genera­ti­on, die fest in CDU- bzw. SPD-Hand war, so Probst. Das hat sich offen­bar geän­dert, seit die 68er in die Jah­re gekom­men sind. Dif­fe­ren­ziert man zwi­schen 60+ und 70+ wer­den die Grü­nen bei den jun­gen Alten zwi­schen 60 und 70 Jah­ren immer stär­ker!

Das dicke Plus: in die­ser Alters­grup­pe wer­den die Grü­nen auto­ma­tisch als Gegen­pol zur AFD wahr­ge­nom­men, die gern von der ver­siff­ten grü­nen 68-er-Genera­ti­on reden.

Ein lecke­res Buf­fet mit Kaf­fee, Was­ser und Säf­ten sorg­te für Stär­kung in den Pau­sen

Wie bei den Grü­nen gene­rell, sind es auch bei den Älte­ren eher die Frau­en, die grün wäh­len. Und da die Älte­ren über­pro­por­tio­nal wäh­len gehen (anders als die jun­gen Wähler*innen) und die 60+ Grup­pe wächst, wäh­rend die Grup­pe der Jun­gen schrumpft, ist die 60+ Kohor­te unter dem Strich für das Wahl­er­geb­nis der Grü­nen wich­ti­ger als die der Jun­gen. Er emp­fiehlt der Par­tei des­halb, sich mehr als bis­her an den Älte­ren zu ori­en­tie­ren. „Älte­re ent­wi­ckeln eine hohe Sen­si­bi­li­tät für Zukunfts­fra­gen: Sie wün­schen sich eine gesun­de Umwelt für ihre Kin­der und Enkel­kin­der.

Ich wün­sche mir eine gute digi­ta­le Ver­net­zung der Grü­nen Alten

Für wich­tig hält er es, sich mit fol­gen­den The­men zu beschäf­ti­gen: Die siche­re und aus­kömm­li­che Ren­te, Älter­wer­den auf dem Land, Nah­ver­sor­gung, Ange­bot an Ärz­ten und Kran­ken­häu­sern, die erreich­bar sind. Außer­dem mehr und bes­se­re ambu­lan­te Betreu­ung, den Aus­bau ger­ia­tri­scher Abtei­lun­gen, die För­de­rung von gemein­sa­men Ein­rich­tun­gen für Jung und Alt, z.B. bei Kita und Pfle­ge­hei­men.

Ich habe mir mir eine digi­ta­le gute Ver­net­zung aller grü­nen Alten auf unse­rer Home­page gewünscht, mit allen Daten und Kon­tak­ten von Tref­fen der Grü­nen Alten und vie­len leben­di­gen Kom­men­ta­ren und Reak­tio­nen auf Face­book- und Blog­posts.

Kat­ja Dör­ner über­brach­te Grü­ße von Micha­el Kell­ner

Zum Schluss ging es noch ein­mal hoch her, als wir unse­ren Sat­zungs­an­trags-Vor­schlag dis­ku­tie­ren woll­ten. Kat­ja Dör­ner, Mit­glied des Bun­des­ta­ges (MdB) und stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der grü­nen Bun­des­tags­frak­ti­on erklär­te gleich, dass sie nicht für den BuVo spre­chen könn­te. Aber gene­rell kön­ne sie schon sagen, dass wir Grü­nen gene­rell kei­ne Top­down-Par­tei sei­en, man kön­ne nicht auf Bun­des­ebe­ne eine Teil­or­ga­ni­sa­ti­on grün­den. Von Micha­el Kell­ner ließ sie aus­rich­ten, dass es gro­ßes Inter­es­se gäbe, die Grü­nen Alten zu unter­stüt­zen. „Wenn es noch kei­ne Struk­tur gibt, dann wol­len wir die gemein­sam ent­wi­ckeln.“ Siebegrüß­te auch sehr, dass bun­des­weit Grü­ne Alte nach Frank­furt gekom­men sind.Aber, wir müss­te erst bun­des­weit flä­chen­de­ckend auf­ge­stellt sein, bevor wir eine Teil­or­ga­ni­sa­ti­on grün­den kön­nen. Sie kann sich nicht vor­stel­len, dass wir bereits 2020 auf einer BDK mit einem ent­spre­chen­den Antrag Erfolg hät­ten.

Das sehen wir natür­lich anders, immer­hin haben wir bereits Grü­ne Alte Grup­pen in acht Bun­des­län­dern! Zum Ver­gleich: Bei der Grün­dung einer BAG müs­sen LAGs ledig­lich in fünf Län­dern gegrün­det sein. Von meh­re­ren Sei­ten kam der Ver­gleich von Hen­ne und Ei: Wir kom­men nicht wei­ter, weil die Struk­tu­ren feh­len. Aber wie sol­len wir Struk­tu­ren auf­bau­en, älte­re Grü­ne ein­la­den, wenn uns die Lan­des­ver­bän­de und Ber­lin nicht dabei hel­fen? Eini­ge Lan­des­ver­bän­de legen uns ja sogar regel­recht Stei­ne in den Weg!

Kat­ja riet, dass wir bei einem der regel­mä­ßig statt­fin­den­den BuVo-LaVo Tref­fen dabei sein soll­ten, um unser Pro­jekt vor­zu­stel­len. Außer­dem könn­ten wir ein GA-Tref­fen am Ran­de einer BDK orga­ni­sie­ren  und hielt die­sen, vom BuVo finan­zier­ten Kon­gress für eine gute Start­hil­fe. Wir wer­den also eine Sit­zung par­al­lel zur nächs­ten BDK in Leip­zig ein­be­ru­fen. Der ers­te Schritt ist gemacht, jetzt geht es wei­ter!

Fotos: Chris­ta Möl­ler, Moni­ka Jenn­rich

Die Kurz-URL für die­sen Arti­kel ist: https://wp.me/p84Y3M-F6

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