Assistenzsysteme für mehr Selbstständigkeit!

Unser Vor­stands­mit­glied Chris­ta Möl­ler-Metz­ger aus Ham­burg hat in der Ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft eine Rede zu digi­ta­len Assis­tenz­sys­te­men, soge­nann­ten Ambi­ent Assis­ted Living Sys­tems (kurz AAL) gehal­ten. Hier ein Aus­zug der Rede: 

Chris­ta Möl­ler | GRÜNE ALTE
Chris­ta Möl­ler | GRÜNE ALTE

Chris­tel ist 80 und ver­gisst in letz­ter Zeit öfter, tags­über zu trin­ken. Ihr Assis­tenz­sys­tem erin­nert sie dar­an – und es beru­higt sie auch sehr, dass das Sys­tem erkennt, wenn sie stür­zen wür­de. Schließ­lich pas­sie­ren die meis­ten Stür­ze zuhause.Im Not­fall wird dann zuerst die Nach­ba­rin neben­an infor­miert und anschlie­ßend ihr Sohn. 

Eine Über­wa­chungs­ka­me­ra dafür hät­te sie nicht gewollt, aber mit der neu­en Tech­no­lo­gie braucht sie die auch nicht. Sie basiert auf Radar­tech­nik, man sieht anschlie­ßend nur eine Punkt­samm­lung, kei­ne Men­schen. erkennt aber trotz­dem, wenn jemand auf dem Boden liegt. 

Die aktu­el­len digi­ta­len Ange­bo­te pas­sen sich den Bedürf­nis­sen der Men­schen an, da die Sys­te­me im Bau­kas­ten­prin­zip zusam­men­ge­stellt wer­den, dadurch kön­nen auch Aus­ga­ben nied­ri­ger gehal­ten wer­den. Und sie inte­grie­ren gleich­zei­tig Ange­hö­ri­ge und Nach­bar­schaft, Freund*innen und ambu­lan­te Dienste. 

Chris­ta Möl­ler | GRÜNE ALTE
Chris­ta Möl­ler | GRÜNE ALTE

Allen Men­schen mit Beein­träch­ti­gun­gen wie zum Bei­spiel Bewe­gungs- und Hör­ein­ge­schränk­ten, Blin­den oder Hoch­alt­ri­gen hel­fen die­se Sys­te­me, ihren All­tag bes­ser bewäl­ti­gen können.Und das ist so wich­tig im Alter, denn wir leben län­ger und beson­ders der Anteil der Hoch­alt­ri­gen wird in den nächs­ten Jah­ren stark zunehmen. 

Vie­le – über­wie­gend Frau­en über 80 –  leben allein und wol­len ihre Selbst­stän­dig­keit auf kei­nen Fall auf­ge­ben. Da ist es eine gro­ße Hil­fe, dass ana­lo­ge und digi­ta­le Assis­tenz­sys­te­me klei­ne und grö­ße­re Schwä­chen im Alter aus­glei­chen kön­nen – und sich zum Glück auch immer leich­ter bedie­nen lassen. 

Expert*innen der Hoch­schu­le Stral­sund haben in einem Modell­pro­jekt Woh­nun­gen für Älte­re mit smar­ter Tech­no­lo­gie aus­ge­stat­tet und der abso­lu­te Ren­ner war die Herd­ab­schal­tung. Ein Sen­sor über­wacht die Tem­pe­ra­tur der Koch­plat­ten und die Bewe­gung vor dem Herd. Wird der Herd ver­ges­sen, schrillt ein Alarm­ton – und danach schal­tet sich der Herd auto­ma­tisch ab. Wenn man bedenkt, dass fast 40% aller Haus­brän­de in der Küche begin­nen, unbe­dingt eine sinn­vol­le Maßnahme. 

An zwei­ter Stel­le stan­den Was­ser­häh­ne, die mel­den, wenn ein Wasch­be­cken überläuft. 

Der Ein­bau die­ser Sys­te­me funk­tio­niert am bes­ten, wenn schon beim Bau der Woh­nung an die ent­spre­chen­de Elek­tro­in­stal­la­ti­on gedacht wur­de. Da gibt es auf jeden Fall noch Nach­hol­be­darf! So man­ches kann aber auch mit wenig Auf­wand nach­träg­lich ange­bracht werden. 

Lei­der wis­sen aktu­ell vie­le Men­schen noch gar nicht, was alles tech­nisch mög­lich ist. 

Seit kur­zem wer­den Sys­te­me ange­bo­ten, die für alle Alters­grup­pen inter­es­sant sind, so dass man sich schon früh an die­se Art der Unter­stüt­zung gewöh­nen kann. 

Chris­ta Möl­ler | GRÜNE ALTE

Die glei­che Funk­tech­no­lo­gie misst z.B. den Ener­gie­ver­brauch und ver­bin­det bei Bedarf mit Lie­fer­dienst oder E‑Bike-Sta­ti­on. Oder sie macht eben auf unge­wohn­te Inak­ti­vi­tät auf­merk­sam und mel­det sich bei Angehörigen. 

Bis­her fin­den sich vor allem Not­ruf-Sys­te­me in Haus­hal­ten und wer­den von der Pfle­ge­ver­si­che­rung bezu­schusst. Inzwi­schen wer­den aber auch schon umfas­sen­de Sys­te­me als Pfle­ge­hilfs­mit­tel aner­kannt, die zusätz­lich an Medi­ka­men­te, regel­mä­ßi­ge Übun­gen und Ter­mi­ne erin­nern und Stür­ze erkennen. 

Sol­che Sys­te­me kön­nen den Auf­ent­halt in sta­tio­nä­ren Pfle­ge­hei­men hin­aus­zö­gern und z.T. ver­mut­lich ganz ver­hin­dern, und sie sind auf jeden Fall kos­ten­güns­ti­ger als teu­re Hei­me. Und ent­spre­chen auch dem Wunsch der meis­ten Älte­ren, in den eige­nen vier Wän­den woh­nen blei­ben zu können. 

Chris­ta Möl­ler | GRÜNE ALTE

Da die Suche nach der indi­vi­du­ell bes­ten Lösung nicht leicht ist, sind unab­hän­gi­ge Infor­ma­ti­ons­an­ge­bo­te beson­ders wich­tig, da sie neu­tral und gra­tis bera­ten.  Mit die­sen Sys­te­men kom­men wir einen guten Schritt wei­ter in Sachen Alters­freund­lich­keit, ganz im Sin­ne des WHO-Kon­zep­tes einer Age-fri­end­ly City. 

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3 Kommentare

  1. Die­ser Arti­kel ist sehr ermu­ti­gend. Zusam­men­ge­fasst die umfas­sen­den tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten, wei­ter allein zu Hau­se leben zu kön­nen, zu lesen, eine gro­ße Hilfe.
    Soll­te brei­ter ver­brei­tet wer­den. Sehr gut!

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