Das Alter ist bunt und vielgestaltig

Alter ist bunt
Alter ist bunt

Älte­re Men­schen sind ähn­lich dif­fe­rent, wie die Jun­gen auch. Wäh­rend die einen sich in ihrer Jugend an Aktio­nen gegen AKWs betei­ligt haben, in der Frie­dens­be­we­gung und/oder im Natur­schutz aktiv waren, haben sich die ande­ren aus­schließ­lich um Fami­li­en­grün­dung und ihr pri­va­tes Fort­kom­men geküm­mert. Dies ändert sich auch im Alter nicht und betrifft den Musik­ge­schmack, Frei­zeit­ver­hal­ten, Art der Freund­schaf­ten, poli­ti­sche Akti­vi­tä­ten und nicht zuletzt die Betei­li­gung der Älte­ren an digi­ta­len Welten.

Drei Phasen des Alters

Sinn­voll ist eine Unter­schei­dung zwi­schen ver­schie­de­nen Alters­grup­pen; denn immer­hin umfasst das Alter in der nach­be­ruf­li­chen Pha­se heu­te eine Lebens­span­ne von gut drei­ßig Jah­ren. Beim ehren­amt­li­chen Enga­ge­ment spie­len die jun­gen Alten zwi­schen 60 und 75 eine über­ra­gen­de Rol­le. Das zeig­te sich u. a. im gro­ßen Enga­ge­ment vie­ler in der Zeit nach 2015, als Geflüch­te­te in gro­ßer Zahl Unter­stüt­zung etwa beim Sprach­er­werb, bei der Beglei­tung zu Ämtern etc. benö­tig­ten. Auch die Arbeit im Umwelt- und Kli­ma­schutz, in Ver­ei­nen und Par­tei­en könn­te ohne das zivil- und bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment vie­ler rüs­ti­ger Rentner:innen kaum auf­recht­erhal­ten wer­den. Die­ses Enga­ge­ment soll­te zukünf­tig ver­stärkt unter­stützt wer­den, bspw. durch kos­ten­lo­se Weiterbildungsangebote. 

Ab etwa Mit­te 70 beginnt eine stär­ke­re Aus­dif­fe­ren­zie­rung: Wäh­rend die einen noch Sozi­al­un­ter­neh­men wie das „Sil­ber­netz“ grün­den (Elke Schil­ling), haben die ande­ren mit gesund­heit­li­chen Pro­ble­men zu kämp­fen, die aber größ­ten­teils behan­del­bar sind. Hier kommt es vor allem auf akti­ve Städ­te und Kom­mu­nen an. Kom­mu­nen soll­ten alles dar­an set­zen, die Teil­ha­be von älte­ren Men­schen, solan­ge es geht, auf­recht­zu­er­hal­ten. Hier­zu gehö­ren ins­be­son­de­re wohn­ort­na­he Fit­ness-Ange­bo­te, Nach­bar­schafts-Treff­punk­te und Gesund­heits­zen­tren, die Ange­bo­te der kur­zen Wege ermög­li­chen. Ein gutes Ange­bot in die­sen Fel­dern ist ein wich­ti­ger Schutz vor Ver­ein­sa­mung und Pfle­ge­be­dürf­tig­keit im höhe­ren Lebensalter.

Von Hoch­alt­rig­keit spre­chen wir heu­te ab Mit­te 80. Das Risi­ko von Pfle­ge­be­dürf­tig­keit steigt dann. Doch selbst in der Grup­pe der 85–90-Jährigen sind nur 44 Pro­zent pfle­ge­be­dürf­tig (Quel­le).

Die ande­ren gut 50 Pro­zent rei­sen noch ger­ne, gehen regel­mä­ßig schwim­men und hal­ten nach Mög­lich­keit Kon­takt mit Nach­barn, Ange­hö­ri­gen und Freund:innen; sie müs­sen aber damit umge­hen ler­nen, Men­schen durch Tod zu ver­lie­ren. Ob das eine oder ande­re eher zutrifft, ist oft geprägt von den Rea­li­tä­ten im frü­he­ren Arbeits­le­ben, aber auch von der kul­tu­rel­len Tra­di­ti­on und gene­ti­schen Dis­po­si­tio­nen. So wis­sen wir, dass vie­le älte­re Men­schen mit einer Ein­wan­de­rungs­ge­schich­te dann frü­her pfle­ge­be­dürf­tig wer­den, wenn sie kör­per­lich schwe­re Arbei­ten zu leis­ten hatten.

Men­schen im sehr hohen Lebens­al­ter benö­ti­gen teil­wei­se Unter­stüt­zung bei der Auf­recht­erhal­tung von Kon­tak­ten, bei der Nut­zung von digi­ta­len Medi­en und manch­mal auch beim Ein­kau­fen und Rei­ni­gen der Woh­nung. Der Kon­takt mit Enkeln, Kin­dern und Nach­barn blei­ben ihr Lebenselixier.

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