Grundsätze der UN

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Vortext: Bernd Gosau

Auf ihrer 74. Plenarsitzung vom 16.12.1991 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen „Grundsätze der Vereinten Nationen für ältere Menschen“ verabschiedet. 4 Jahre später wurde der Begriff „elderly“ durch „older“ ersetzt. Das habe ich in die Übersetzung aufgenommen.

Grundsätze der Vereinten Nationen für alte Menschen

Die Generalversammlung ermutigt die Regierungen, die nachstehenden Grundsätze … in ihre einzelstaatlichen Programme aufzunehmen:

Unabhängigkeit

  1. Alte Menschen sollen durch eigenes Einkommen, durch Unterstüt- zung seitens Ihrer Familie und der Gemeinschaft sowie durch Selbsthilfe in ausreichendem Maße Zugang zu Nahrung, Wasser, Wohnraum, Kleidung und Gesundheitsversorgung haben.
  2. Alte Menschen sollen die Möglichkeit haben, zu arbeiten oder Zugang zu sonstigen Verdienstmöglichkeiten zu haben.
  3. Alte Menschen sollen mitentscheiden können, wann und wie rasch sie sich aus dem Arbeitsleben zurückziehen.
  4. Alte Menschen sollen Zugang zu angemessenen Bildungs- und Aus- bildungsprogrammen haben.
  5. Alte Menschen sollen in einer Umgebung leben können, die sicher ist und die ihnen ihren persönlichen Präferenzen und ihren sich ändern- den Fähigkeiten angepasst werden kann.
  6. Alte Menschen sollen so lange wie möglich zu Hause leben können.Partizipation
  7. Alte Menschen sollen in die Gesellschaft integriert bleiben, aktiv an der Ausarbeitung und Umsetzung der Politiken teilnehmen, die sich unmittelbar auf ihr Wohl auswirken, und ihr Wissen und ihre Fähig- keiten an die jüngeren Generationen weitergeben.
  8. Alte Menschen sollen Möglichkeiten einer gemeinnützigen Betäti- gung erkunden und nutzen können und ehrenamtlich in Positionen tätig sein können, die ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechen.
  9. Alte Menschen sollen Bewegungen oder Vereinigungen alter Menschen gründen können.Fürsorge
  10. Alte Menschen sollen in Übereinstimmung mit dem kulturellen Werte- system der jeweiligen Gesellschaft die Fürsorge und den Schutz der Familie und der Gemeinschaft genießen.
  11. Alte Menschen sollen Zugang zu einer Gesundheitsversorgung haben, die ihnen hilft, bestmögliche körperliche, geistige und seelische Gesundheit zu bewahren        beziehungsweise wiederzu- erlangen und das Auftreten von Krankheiten zu verhindern oder zu verzögern.
  12. Alte Menschen sollen Zugang zu sozialen und rechtlichen Diensten haben, durch die ihre Eigenständigkeit erhöht und ihr Schutz und ihre Pflege verbessert wird.
  13. Alte Menschen sollen eine geeignete Anstaltspflege in Anspruch nehmen können, die ihnen Schutz, Rehabilitationsmöglichkeiten sowie soziale und geistige Anregung in einer humanen und sicheren Umgebung bietet.
  14. Alte Menschen, die in einem Heim oder einer Pflege- oder Behand- lungseinrichtung untergebracht sind, sollen die Menschenrechte und Grundfreiheiten genießen können; insbesondere sind ihre Würde, ihre Anschauungen, ihre Bedürfnisse und ihre Privatsphäre sowie ihr Recht, über ihre Pflege und ihre Lebensqualität zu entscheiden, uneingeschränkt zu achten.Selbstverwirklichung
  15. Alte Menschen sollen die Möglichkeiten zu ihrer persönlichen Ent- faltung voll ausschöpfen können.
  16. Alte Menschen sollen Zugang zu den Bildungs-, Kultur-, geistlichen und Erholungseinrichtungen der Gesellschaft haben.Würde
  17. Alte Menschen sollen in Würde und Sicherheit und frei von Ausbeu- tung und körperlicher und seelischer Misshandlung leben können.
  18. Alte Menschen sollen ohne Unterschied nach Alter, Geschlecht, rassischer oder ethnischer Herkunft, Behinderung oder sonstiger Stellung gerecht behandelt und unabhängig von ihrem wirtschaft- lichen Beitrag geschätzt werden.

Beschluss der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 16.12.1991 Quelle: http://www.un.org/Depts/german/uebereinkommen/ar46091.pdf

Grundsätze der Vereinten Nationen für alte Menschen